Geschichte der Ortsvereinigung Bad Soden

Vorwort :

Diese Vereinschronik soll leben!

Das heißt, dass sie heute keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Nicht für die Zeit vor 1971 (meinem Eintritt in das Rote Kreuz) , nicht für die Zeit seitdem und erst recht nicht für die Zukunft.

Ihre Kapitel werden erweitert, vielleicht geändert oder sogar neu geschrieben aber sicher werden den hier aufgeschriebenen Abschnitten in der Geschichte der hiesigen Rot-Kreuz-Gemeinschaft noch viele folgen.

Bernd Swierczek im März 2011

Dokument 1 : Quelle Hessisches Haupt-Staatsarchiv, Wiesbaden

1. Nach der Gründung durch den Schweizer Henry Dunant bildeten sich überall in Europa nationale Rot-Kreuz-Gesellschaften und regionale Untergliederungen.

In der Gemeinde Soden wurde im Jahr 1888 der „Vaterländische Frauenverein vom Rothen Kreuz „ gegründet, dessen Ziel zunächst die Versorgung von Kriegsverletzten war. Bald jedoch wurde 

Die Vorsitzende und vermutlich Gründerin des hiesigen Zweigvereins vom roten Kreuz war die Ehefrau des bekannten Sanitätsrates Dr. med.Otto Thilenius, Frau Johanna Thilenius, die für ihre Verdienste um das rote Kreuz im Jahr 1899 vom Regierungspräsidenten mit der Rot-Kreuz-Medaille ausgezeichnet wurde.auch die Krankenpflege im Allgemeinen zum Zweck des Vereins.

 

In Soden werden Ende 1897 fünfzig Vereinsmitglieder verzeichnet, dabei ist auch die Gemeinde Soden als kooperatives Mitglied, die damit das älteste Fördermitglied unserer Ortsvereinigung ist. Nach der Neuenhainer Chronik des Pfarrers Raven soll auch die Gemeinde Neuenhain bereits um diese Zeit Rot-Kreuz-Mitglied gewesen sein.

Über die aktive Arbeit des Roten Kreuzes in der Kurstadt ist aus dieser Zeit nichts überliefert. Protokollbücher und Mitgliederlisten sind wahrscheinlich in den Wirren des zweiten Weltkrieges verloren gegangen.

Da Frau Ida Pauli , über die wir später noch berichten, im Jahre 1950 nach 36 Dienstjahren krankheitshalber ihre Arbeit als Leiterin der weiblichen Sanitätsbereitschaft aufgab, ist davon auszugehen, das in Soden eine solche Bereitschaft seit mindestens 1914 bestand.

Leider liegen bis 1984 (!) keine Protokolle oder Aufzeichnungen aus der Vorstandsarbeit der Ortsvereinigung vor, sodass heute nicht mehr zweifelsfrei nachvollzogen werden kann, wie sich die jeweiligen Vorstände zusammengesetzt haben und wie lange sie tätig waren

1. Vorsitzende

Name Amtszeit
Johanna Thilenius 1888 - ?
Bürgermeister Meyer ? - ?
Bürgermeister Just 1950 - 1952
Otto E. Stahl 1952 - ?
Bürgermeister Wallis ? - ?
Jost Thomas ? - 1984
Wolfgang Lappöhn 1984 - 1988
Dr.Peter Frank 1988 - 2018
Martin Seimetz seit 2018

2. Vorsitzende

Name Amtszeit
Dr. Paul Frank ? - 1984
Ramona Jung 1984 - 1988
Helmut Baier 1988 - 1996
Ludwig Poth 1996 - 2005
Ingolf Müller 2005 - 2012
Renate Richter seit 2012

Schriftführer

Name Amtszeit
Ernst Schmidt 1960 - 1978
Dörte Jebram 1980 - 1984
Andrea Pfeifer 1984 - 1988
Birgit Witzel 1988 - 1991
Ellen Deckert 1991 - 1993
Petra Neukirch 1993 - 1997
Andrea Pfeifer 1997 - 1999
Holger Czerwonka 1999 - 2003
Diana Grob 2003 - 2009
Ramona Jung 2009 - 2012
Anne Sawade seit 2012

Kassierer/Schatzmeister

Name Amtszeit
August Gerdum 1946 - 1980
Franz Schmidt 1980 - 1984
Bernd Swierczek seit 1984

Bereitschaftsführer/-leiter

Name Amtszeit
Ida Pauly ? - 1950
Brunolf Müller 1957 - 1975
Gerhard Weisbrod 1975 - 1977
Ingolf Müller 1977 - 1979
Wolfgang Lappöhn 1979 - 1992
Jürgen Kalisch 1992 - 1996
Wolfgang Jung 1996 - 2016
Susanne Jäger 2008 - 2016
Friedhelm Volz seit 2016

Aktive Rot-Kreuz-Arbeit in Bad Soden und seinen heutigen Stadtteilen

Sanitätskolonne

Auch zur hiesigen aktiven Arbeit liegen bis zum Beginn der 40‘er Jahre keine Berichte vor.

Es müssen wohl bis zum Ende des Krieges eine weibliche und eine männliche Sanitätskolonne bestanden haben, wobei die Annahme einer männlichen Kolonne auf Berichten der weiblichen Bereitschaft von 1950 beruht.

Die weibliche Kolonne berichtet während der Kriegsjahre ausführlich von Übungsabenden und Hilfseinsätzen in der Krankenpflege. Auch wurde das Sodener Schwimmbad in den Sommermonaten von je zwei Helferinnen sanitätsdienstlich betreut.

Die Pflege von Kranken und Flüchtlingen wurde sofort nach Kriegsende von Frau Pauli wieder aufgenommen.

1946 wurde im Haus Stolzenfels in der Alleestr. 2 ein Altersheim und eine Krankenstation errichtet. Außerdem gab es dort noch eine Gemeinschaftsküche in der Bedürftige verpflegt wurden.

Nach Auflösung der Einrichtungen im Jahr 1950 und krankheitsbedingten Beendigung der Tätigkeit von Frau Pauli muss Frau Oehmichen die Bereitschaft für kurze Zeit geleitet haben; danach hat sie sich wohl aufgelöst.

Nach der Neuenhainer Orts-Chronik hat es hier seit 1930 einen Sanitätsposten des roten Kreuzes gegeben, der wohl nach dem Tode des einzigen Helfers im Jahre 1960 aufgelöst wurde.

Bericht über die Tätigkeit seit 1957

1.9.1957

Auf Initiative von Frau Dreiseidel, Bad Soden, findet eine Zusammenkunft einiger Sodener Einwohner zwecks Bildung einer aktiven Rotkreuz-Gruppe statt.

Später hält der DRK-Kreisverband im Kreisaltersheim einen Erste-Hilfe-Lehrgang ab.

1958

Die Gruppe beginnt zu arbeiten. Besondere Veranstaltungen innerhalb der Stadt (Sportveranstaltungen, Feste u.a.) werden sanitätsmäßig betreut und Schwestern helferinnen ausgebildet, von denen ein Teil dazu beiträgt, den Schwesternmangel im Kreisaltersheim (heute Taunus-Residenzen) etwas erträglicher zu machen.

Für den möglichen örtlichen Einsatz oder in der Umgebung werden Teile einer Katastrophen-Ausrüstung angeschafft.

1959

Neben den Lehrgängen in Erster-Hilfe werden die aktiven Helfer und Helferinnen im Rahmen der Sanitätsausbildung weiter geschult. Von nun an werden auch die Rot-Kreuz-Sammlungen laufend durchgeführt.

Brunolf Müller wird Erste-Hilfe- und Sanitätsausbilder.

1960

Die Stadt stellt behelfsmäßige Räume bei der Polizeistation (heutige Sozialstation) zur Verfügung, sodass dort Lehrgänge in eigener Regie abgehalten werden können.

1961

Die Stadt läßt die Rot-Kreuz-Station renovieren . Auf Wunsch des damaligen Bürgermeisters und OV-Vorsitzenden Wallis wird der ärztliche Sonntagsdienst unter Leitung von Herrn Dr. Paul Frank und Bereitschaftsführer Brunolf Müller eingerichtet.

1962

Ein beim DRK-Kreisverband ausgemusterter Krankenwagen kommt nach Bad Soden. Von diesem Zeitpunkt an können dringende Unfall- und Krankentransporte schneller durchgeführt werden. Außerdem werden nun auch Kranken-Ferntransporte mit dem Wagen gefahren. (weiteste Fahrten : Hamburg und Tegernsee)

Aus Teilnehmern von Erste-Hilfe-Kursen wird eine Jugendrotkreuz-Gruppe gegründet. (Solche Lehrgänge werden seither jährlich für die Schüler des achten Schuljahres durchgeführt)

Seit 1962 werden jährlich Jugendfreizeiten im Rahmen des JRK veranstaltet.

1964

In Sulzbach treten Fälle von Paratyphus auf. Die Bereitschaft beteiligt sich an der Einrichtung und Besetzung des Paratyphus-Krankenhauses.

1966

Eisenbahn-Unglück in Oberliederbach. Hier haben sich Sodener Rot-Kreuz-Helfer unter Leitung von Brunolf Müller besonders bewährt.

1967

Von Herrn Direktor Baginski, Besitzer der Much AG, wird dem Roten Kreuz ein neuer Krankenwagen geschenkt. Das Fahrzeug ist modernst ausgerüstet (Wiederbelebungsgeräte, Notarztkoffer Funk usw.) .

Seit diesem Jahr werden durch die Helferinnen und Helfer  auch Kurse in „Häuslicher Krankenpflege“ angeboten.

1967

Die Lehrgänge für „Sofortmaßnahmen am Unfallort“ für Führerscheinbewerber werden ab 1968 regelmäßig angeboten.

Eine Mitgliederwerbung des Kreisverbandes führt der OV rund 200 Fördermitglieder zu.

1970

Nach Eröffnung des Kreiskrankenhauses in Bad Soden eröffnet der DRK-Kreisverband dort eine Rettungswache, die durch hauptamtliches Personal besetzt wird. Das OV-Fahrzeug wird weiter als Hintergrundkrankenwagen eingesetzt.

Der ärztliche Sonntagsdienst, der seit dessen Gründung von DRK-Helferinnen und Helfern abgewickelt wird hat längst die Grenzen der bestehenden Räumlichkeiten erreicht. Zudem macht sich das Alter der Gemäuer immer mehr bemerkbar, sodass der Ruf nach einer neuen Unterkunft immer dringender wird.

1971

Der 1967 in Dienst gestellte Krankenwagen kommt bei einer Einsatzfahrt zum Totalschaden. Kurzfristig kann wieder ein ausgemustertes Kreisverbandsfahrzeug erworben werden.

Durch geschickte und zähe Verhandlungen mit der Stadt Bad Soden erreichen Brunolf Müller und Dr. Paul Frank, dass DRK und Sonntagsdienst in die Planung für einen Feuerwehrstützpunkt in Bad Soden einbezogen werden.

1972

Nach Fertigstellung des Feuerwehrstützpunktes stehen der Bereitschaft und dem Sonntagsdienst nun auf 100qm 5 Räume zur Verfügung. Außerdem sind 2 Fahrzeugboxen für die Krankenwagen vor-gesehen. Leider wurde letzteres nie vertraglich geregelt und sollte später zu einigen Problemen führen.

Alle Helfer sind bei einer Großübung im neu erbauten Kreiskrankenhaus dabei.Wieder ist es Jürgen Baginski, der, als Ersatz für das verunfallte Fahrzeug, einen neuen Krankenwagen stiftet. Auch dieses ist nach modernsten Anforderungen ausgestattet und verfügt als erstes Fahrzeug im Kreis über eine Vakuum-Matratze für Wirbelsäulen-Verletzte. Der alte Kreisverbandswagen bleibt als Zweitfahrzeug im Einsatz.

1973

Gemeinsam mit dem Ärzteverein wird ein PKW für Arzttransporte beschafft und mit Funk und Notarztkoffer ausgerüstet. Es gilt als Vorläufer des heutigen NEF-Systems im Main-Taunus Kreis.

Die geplante Einrichtung einer Rettungshubschrauber-Station, die wiederum von Herrn Baginski finanziert werden sollte, scheiterte an den Widersprüchen der Stadt und der Gemeinde Sulzbach, die übermäßige Lärmbelästigungen fürchteten.

1975

Die Zahl der Kranken- und Rettungstransporte an den Wochenenden steigt stetig und die Anforderungen an den Rettungsdienst ebenfalls. Vorstand und Bereitschaft beginnen die Anschaffung eines Rettungs-wagens vorzubereiten.

Die Bereitschaft umfaßt mittlerweile über 40 Helferinnen und Helfer, etwa 60 Kinder haben sich den Jugendrotkreuz angeschlossen. Aus der starken Bereitschaft gliedern sich, auf durch wiederauflebende Ortsverbände, die Bereitschaften Liederbach und Sulzbach aus. Das JRK entläßt die Gruppe Sulzbach in die Selbständigkeit.

1977

Das große Ziel ist erreicht.

Ein 70.000 DM teurer Rettungswagen, den die OV gegen den Widerstand des Kreisverbandes selbst finanziert hat, kann in Dienst gestellt werden. Die Bereischaftsarbeit hat einen Höhepunkt erreicht. Der Personalbestand ist so hoch, dass an den Wochenenden bis zu 10 Helferinnen und Helfer beim Rettungs- und Sonntagsdienst eingesetzt werden können.

1978

Der Arzt-PKW wird an den Kreisverband übergeben, der damit von der Rettungswache am Bad Sodener Krankenhaus Krankentransporte(sitzend) durchführt. Als Ersatz wird ein PKW-Kombi beschafft.

Im Rahmen des Katastrophenschutzes übernimmt die Bereitschaft den sogenannten Krankentransportzug ( später San-Zug Transport) mit 28 Helfern .

Die Stadt macht eine weitere Bezuschussung des DRK davon abhängig, dass die städtische Telefonzentrale und die Brandmeldeanlage der Feuerwehr an den Wochenenden von DRK-Helfern bedient werden.

1979

Durch Verhandlungen kann erreicht werden, dass der OV-Rettungswagen an den Wochenenden das Fahrzeug des Kreisverbandes ersetzt. Das Transportvolumen beläuft sich auf ca. 600 Fahrten pro Jahr.

1980

Der langjährige Schatzmeister der Ortsvereinigung August Gerdum verstirbt im Alter von 80 Jahren. Vorsitzender Thomas setzt ohne Mitgliederversammlung Franz Schmidt als Kassierer und Dörte Jebram als Schriftführerin ein.

Eine Mitgliederwerbung führt der OV rund 400 neue Fördermitglieder zu.

Das Jugendrotkreuz steht auf seinem Höhepunkt und zählt fast 100 Mitglieder. Die Gruppe Schwalbach wird nach Reaktivierung des dortigen Ortsvereines selbstständig.

1981

Die Bereitschaft leistet 20.344 Stunden die Fahrzeuge transportieren 746 Menschen ins Krankenhaus.

Nachdem 4 Bereitschaftsmitglieder an der Landesschule in Johannisberg einen Atemschutzlehrgang absolviert haben und auch im ABC-Schutz ausgebildet werden, entsteht die erste Gefahrengut- und Atemschutzgeräteträger-Guppe des DRK in Hessen.

Durch die Städtpartnerschaft mit Ruel-Malmaison in der Nähe von Paris kommt es zu gegenseitigen Besuchen mit der dortigen Rot-Kreuz-Gliederung.

1982

Aus Mitteln der neuen Fördermitglieder kann ein neuer Krankenwagen als Sekundärfahrzeug beschafft werden. Der OV verfügt somit über einen Rettungswagen, 2 Krankenwagen und einen PKW-Kombi. Für den Krankentransportzug steht darüber hinaus ein 3-Tragen Fahrzeug des Kreisverbandes zur Verfügung.

Erneut können mit einer Werbeaktion ca. 200 neue Fördermitglieder gewonnen werden.

Die Ausbilder der Bereitschaft bieten laufend Lehrgänge in Erster-Hilfe und Sofort-Maßnahmen am Unfallort an.

Der plötzliche Tod des langjährigen Bereitschaftsführers, Jugendgruppenleiters und Ausbilders Brunolf Müller überschattet die Arbeit des ganzen Jahres.

1984

Nach dem Amoklauf eines Exil-Tschechen in einer Eppsteiner Schule finden mehrere Lehrer, Schüler und ein Polizist den Tod. Unsere Helfer sind mit 2 Fahrzeugen im Einsatz und werden diesen lange nicht vergessen.

Zwischen Bereitschaft und Vorstand kommt es nach langem Schwelen während der ersten Jahreshauptversammlung seit 25 Jahren zum Bruch. Nachdem der Schatzmeister bei der Rechnungslegung auf die drängenden Fragen der Mitglieder keine Antworten weiß und keine ordnungsgemäße Rechnungslegung vorlegen kann, tritt der Vorstand geschlossen zurück.

Eine Sonderkassenprüfung des Kreisgeschäftsführers Wolfgang Bungert und des Justitiars Rechtsanwalt Dr. Frank Stieler bringen erhebliche Zweifel an der Kassenführung zutage. Tags darauf meldet der Vorstand die Kassenbücher und Belege als gestohlen.

Eine außerordentliche Mitgliederversammlung wählt den ersten satzungsgemäßen Vorstand der OV seit Jahren, der sich aus Mitgliedern der Bereitschaft zusammensetzt. Bereits jetzt ist der Druck einer Verleumdungskampagne des ehemaligen Vorstandes deutlich spürbar, da insbesondere die Unterstützung durch die Stadt erheblich nachläßt.

Die Bereitschaft leistet in diesem Jahr 17.000 Dienststunden.

Aus dem Nachlaß von Brunolf Müller wird ein Anhänger erworben, der mit Regalen zum Transport der Katastrophenschutzausrüstung umgebaut wird

1985

Der 1977 beschaffte Rettungswagen verunfallt auf einer Einsatzfahrt und muss ersetzt werden. Die Lieferzeit für das Ersatzfahrzeug wird durch einen Leihwagen der Fa. Binz, Lorch überbrückt.

Im November 1985 kann der 96.000 DM teure Rettungswagen in Dienst gestellt werden, der bis 2005 im Einsatz sein wird.

Der PKW wird veräußert und durch einen, von der Hoechst AG gebraucht gespendeten VW-Bus ersetzt.

Die Mitgliederversammlung beschließt eine neue Satzung für die OV, die – abweichend von der Mustersatzung- restriktive Bestimmungen zur Verwendung der finanziellen Mittel enthält.

1986

Durch ständige Unterminierung der Beziehungen mit dem Hausnachbarn Feuerwehr durch den Ex-Vorstand kommt es zu immer größeren Spannungen, die sich in Ansprüchen auf die vom DRK genutzten Fahrzeugboxen entladen. Eines schönen Tages finden die DRK-Helfer Fahrzeuge und Spinde für Einsatzbekleidung auf dem Hof in Regen stehend vor - die fehlende vertragliche Regelung für die Unterbringung rächt sich nun.

Als Lager und Garage für den Material-Anhänger wir in der Enggasse eine Scheune angemietet. Nach Verhandlungen mit der Stadt kann erreicht werden, dass wenigstens der neue Rettungswagen in einer Fahrzeugbox verbleibt.

1987

Es gelingt zur Jahreshauptversammlung wieder einen Vorstand zur Wahl zu stellen, der nicht aus den Reihen der Bereitschaft gebildet werden muß.

Die Stadt stellt dem DRK das abbruchreife Feuerwehr-Gerätehaus in Neuenhain als Garage und Lager zur Verfügung. Somit steht der RTW in Bad Soden , die beiden KTW und der Mannschaftswagen in Neuenhain , der Materialanhänger im Sodner Ortskern.

Der gerichtliche Vergleich mit zwei Mitgliedern des bis 1984 tätigen Vorstandes führt zur Rückzahlung von über DM 85.000 an die OV. Restforderungen in der gleichen Höhe müssen mangels Beweisen - die "gestohlenen" Kassenunterlagen - abgeschrieben werden.

Die Stadt stellt auf dem Gelände des Feuerwehrstützpunktes Bad Soden ein Grundstück als Erbpacht zur Verfügung. Gemeinsam mit dem Kreisfeuerwehrverband beginnt die Planung für ein Gebäude mit 3 Fahrzeugboxen und Sozial- und Lagerräumen.

1988

Die Baumaßnahme wird begonnen. Nach ersten Kostenvoranschlägen ist für unseren Bauabschnitt mit einem Aufwand von DM 450.000,- zu rechnen.

 

1989

Der Bau wächst und hat bis zum Jahresende rund 170.000 DM gekostet.

1990

Der Mannschaftswagen wird durch ein größeres Fahrzeug ersetzt, das gleichzeitig als Geräte- und Einsatzleitwagen eingesetzt werden kann.

Beim S-Bahn-Unglück in Rüsselsheim sind 8 Helfer mit drei Fahrzeugen im Einsatz.

1991

Der Garagebau hat nun insgesamt fast 500.000 DM verschlungen und ist noch nicht beendet. Bis zu seiner Fertigstellung wird er sich wegen Problemen mit dem Untergrund auf über 600.000 DM verteuert haben.

1991

Der erste Stock des Neubaus wird in Eigenarbeit der Bereitschaft fertiggstellt und kann bezogen werden. Es stehen nun 3 Fahrzeugboxen, eine kleine Werkstatt, Sanitäranlagen , Umkleide-Räume, Lager und ein Büro zur Verfügung.

Gleichzeitig wird durch Finanzierung der kassenärztlichen Vereinigung der Erweiterungsbau der DRK-Station zur Notdienstzentrale fertiggestellt. Es gibt nun separate Räume, die ausschließlich als Behandlungs-, Arztschlaf- und Wartezimmer genutzt werden. Die neugeschaffene Treppe zur Feuerwehrzentrale erleichtert den DRK-Helfern die Bedienung der Brandmeldeanlage.

1992

Der Wegfall des wochenendlichen Krankentransport- und Rettungsdienstes bringt neben einem erheblichen Einbruch der geleisteten Stundenzahlen auch empfindlichen Einnahmeeinbußen mit sich. Durch Abwanderung einiger Bereitschaftsmitglieder kommt es kurzfristig auch zu Engpässen in der Besetzung der Notdienstzentrale.

1993

In diesem Jahr hat die Bereitschaft einige Großeinsätze zu bewältigen; unter anderem :

  • Evakuierung des Hochhauses Königsteinerstrasse 41
  • Bombenanschlag auf das China-Restaurant Alleestrasse

bei denen jeweils bis zu 50 betroffene Personen zu betreuen waren.

Der zur eigenen Baumaßnahme und wegen einer Sonder-Umlage an den Kreisverband aufgenommene Kredit prägt in diesem Jahr die Ausgabenpolitik und wird die OV und Bereitschaftsarbeit noch einige Zeit einengen.

Das nun vollständig fertiggestellte Haus wird von der Mitgliederversammlung auf den Namen „Brunolf-Müller-Haus“ getauft.

Aufgrund der finanziellen Engpässe entscheiden Vorstand und Bereitschaft den 1982 beschafften Krankenwagen zu veräußern.

Erneut wird ein ausgemusterter Kreisverbands-Rettungswagen für die Gefahrengutgruppe beim DRK-Bad Soden untergestellt. Er wird jedoch vom KV finanziert. Das Fahrzeug ist jedoch nach nicht allzulanger Zeit nicht mehr einsatzfähig und wird zurückgegeben.

1995

Die Jahreshauptversammlung beschließt eine Satzungsänderung, die die Möglichkeit der Eintragung in das Vereinsregister erlaubt.

1996

Trotz der angespannten finanziellen Lage wird wiederum ein gebrauchter RTW vom Kreisverband – diesmal gekauft- übernommen und z.T. in Eigenarbeit von Grund auf instandgesetzt . Von der OV Niederhöchstadt wird ein VW-Bus als Mannschaftswagen übergeben; das Fahrzeug ist zwar bereits 16 Jahre alt aber noch in sehr gutem Zustand. Die Bereitschaft verfügt damit wieder über 4 Einsatzfahrzeuge und den Geräteanhänger.

Kreisweit wird in diesem Jahr die Schnell-Einsatzgruppe-Transport (SEG-Transport) als Nachfolgerin des Krankentransportzuges gegründet .

1997

Im Rahmen der neuen SEG ist die Bereitschaft im Frühjahr und Herbst bei zwei Schadensereignissen im Einsatz.

Eine Mitgliederwerbung führt der OV 145 neue Fördermitglieder zu. Die finanzielle Lage beginnt sich zu entspannen.

Auch die Zahl der Aktiven steigt langsam aber sicher wieder an.

1998

Durch eine Spendenaktion der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung und mit Unterstützung von Bad Sodener Bürgern, Firmen und Vereinen kann zum Jahresende ein neuer Mannschaftswagen beschafft werden. Das Fahrzeug soll, fertig ausgebaut auch als Einsatzleitwagen für die SEG-Transport des DRK-Kreisverbandes Verwendung finden.

Die Bereitschaft leistet in diesem Jahr wieder über 6.000 Stunden und in Zusammenarbeit mit dem Kreisverband wird die Einrichtung einer "Ehrenamtsbörse" vorbereitet, die hilfswillige und engagierte Bürger an bestimmte Projekte und Organisationen weiter vermitteln soll.

1999

Seit 1.Mai des Jahres wird am Wochenende auch eine "Ehrenamtsbörse" betrieben, die zunächst innerhalb des Roten Kreuzes kreisweit den Einsatz von Menschen koordiniert, die bereit sind, in begrenztem Umfang bei den verschiedenen Aktivitäten und Projekten mitzuarbeiten. Es werden ca. 30 dieser Helfer beim DRK-Hausnotrufdienst, der Aktion Hilfen für die Helfer, Essen auf Rädern sowie in der örtlichen Sozialarbeit und bei Blutspendeterminen eingesetzt.

Die aktive DRK-Bereitschaft , die aus 27 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern besteht, leistete dabei über 8300 Arbeitsstunden. Durch ständige Aus - und Fortbildung konnte der Ausbildungsstand auf dem gleichen Niveau gehalten werden wie im Vorjahr. Es wurden in Bad Soden und Eschborn insgesamt 7 Blutspendetermine durchgeführt und 3 Erste-Hilfe-Kurse angeboten. Besonders erwähnenswert, so Bereitschaftsleiter Wolfgang Jung, ist der "Upgrade" eines Krankenwagens zum Rettungswagen (DIN), die aus Spenden und Mitgliederbeiträgen finanziert werden konnten und zusätzlich erheblichen ehrenamtlichen Arbeitsaufwand erforderten. Neben den aufgeführten Tätigkeiten bestanden Aktivitäten weiterhin in der Ersten - Hilfe- und Sanitätsausbildung . 1999 wurden mit der Feuerwehr 29 Einsätze gefahren.

Im Berichtsjahr wurden 56 Gruppenstunden des Jugendrotkreuzes in neuerdings 2 Gruppen abgehalten. Neben der altersspezifischen Beschäftigung der Kinder durch Spiel, Basteln und Malen wurden auch die in den Lehrgängen gelernte Erste Hilfe Kenntnisse vertieft. Außerhalb der Gruppenstunden wirkten die JRK-ler wieder, wie Leiter Ante Galic berichtete, mit großem Eifer bei Blutspendeterminen , Sanitätsdienst am Stadtfest (unterstützend ) und beim Weihnachtsmarkt mit.

2001

Das Jahr 2001 begann für unsere Helfer, insbesondere aber für die Kameradinnen und Kameraden der freiwilligen Feuerwehr Bad Soden mit einem tragischen Paukenschlag, als im Februar ein junger Feuerwehrmann im Einsatz verunglückt und auch durch das sofortige und beherzte Eingreifen aller Beteiligten nicht gerettet werden kann.

Bei der Nachsorge des Vorfalls bewährt sich die erst kürzlich ins Leben gerufene "Hilfe-für-Helfer"-Gruppe an der auch Sodener Rotkreuzler beteiligt sind.

Die dynamisch wachsende aktive Bereitschaft ist in diesem Jahr besonders Umtriebig. Zu den bisherigen Aufgaben gesellen sich unter anderem die Teilnahme am Hausnotruf-Dienst des Kreisverbandes und die Wiederaufnahme der Arbeit der Gefahrengut-Gruppe, die nun sogar den Status einer SEG erhalten soll.

Mit erheblichen finanziellen Anstrengungen kann zu Jahresanfang auch der ältere der beiden RTW ersetzt werden. Zum Fahrzeugbestand kommt ausserdem ein 4-Tragen-KTW des Bundes; mit 19 Jahren nicht mehr der jüngste aber dennoch brauchbar. Beide Wagen werden im Juni 2001 offiziell ihrer Bestimmung übergeben.

2002

Die Zahl der Aktiven wächst auf 33 Mitglieder, es wurden insgesamt 9205 Stunden in verschiedenen Bereichen geleistet:

  • 2913 Stunden Ärztlicher Notdienst Main-Taunus Ost
  • 1914 Stunden Ausbildung auf Orts-, Kreis- und Landesebene
  • 872 Stunden Sanitätsdienst
  • 369 Stunden Rettungsdienst
  • 348 Stunden für Kreisverbandsarbeit

Weiterhin wurden 4 Blutspendetermine in Bad Soden mit insgesamt 358 Spendern veranstaltet. Die Ortsvereinigung Niederhöchstadt wurde durch unsere aktiven Mitglieder bei 4 Blutspendeterminen unterstützt.

Die Bereitschaft wurde 27 mal zu Feuerwehreinsätzen alarmiert und hat dabei 410 Stunden geleistet. Insgesamt wurden 58 Einsätze mit den Rettungswagen im Rahmen des Hintergrundrettungsdienstes gefahren, von denen 49 Einsätze zu einem Patiententransport führten. Dies ist eine Steigerung um 50% im Vergleich zum Vorjahr. Ein Großteil der Transporte wurde im Rahmen des Hintergrund-Rettungsdienst durchgeführt.

Intensiv wird mit finanzieller Unterstützung des Kreisverbandes die Reaktivierung der Gefahrgutgruppe unter Jürgen Kalisch betrieben, die im nächsten Jahr als "SEG"-Gefahrgut einsatzbereit sein soll.

Das Jugendrotkreuz bestand aus durchschnittlich 20 Mitgliedern, aufgeteilt in zwei Gruppen, eine für die 6-13 jährigen, eine für die 14-17 jährigen.

Die kleine Gruppe der 6-13-jährigen wurde von Susanne Jäger und, im zweiten Halbjahr nur noch vertretungsweise, von Diana Hummel geleitet. Den Kindern wurden in den Gruppenstunden die Grundzüge der Ersten Hilfe sowie die Grundzüge des menschlichen Lebens vermittelt. Außerdem wurde viel gespielt und gebastelt.

Die kleine Gruppe erreichte einen respektablen achten Platz, die große Gruppe den zweiten.

Die große Gruppe der 14-17 jährigen wurde von Ante Galic geleitet. Die Gruppe besteht bereits seit mehreren Jahren aus acht Jugendlichen, die nicht nur regelmäßig zur Gruppenstunde kommen, sondern, größtenteils, in der Bereitschaft aktiv sind.

Neben den gewöhnlichen Themen beschäftigte sich diese Gruppe im Jahr 2002 intensiver mit der Realistischen Unfalldarstellung. Seit 2002 hat das JRK Bad Soden einen ausgebildeten Mimtruppleiter sowie einen Ausbilder in Realistischer Unfalldarstellung.

Das Jugendrotkreuz Bad Soden führte Ende 2002 nicht nur erstmalig, sondern auch eigenständig einen Lehrgang in Realistischer Notfalldarstellung durch. Somit sind acht JRK’ler in Bad Soden qualifiziert, um an Übungen die Realistische Unfalldarstellung zu übernehmen.

2003

2004

2005

Als Ersatz für den seit 1985 eingesetzten Rettungswagen werden über 90.000 Euro für ein Fahrzeug mit Kofferausbau nach den neuesten Standards in Betrieb genommen.

Die Ortsvereinigung ändert die Satzung und wird in das Vereinsregister beim Amtsgericht Königstein eingetragen und führt nun die Endung "e.V." im Vereinsnamen.

2006

Das Jahr der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland bringt für die Helferinnen und Helfer jede Menge Arbeit bei den zahlreichen Veranstaltungen mit sich.

Damit nicht genug -  in dutzenden von ehrenamtlichen Arbeitsstunden wird aus dem Umkleideraum im ersten Obergeschoß des Vereinsheims ein Jugendgruppen- und Seminarraum. Im Erdgeschoß entsteht ein neues geräumiges Lager für die umfangreiche Ausrüstung.

2007

Das "Brunolf-Müller-Haus" wird mit einem Anbau um 3 Fahrzeugboxen erweitert.

2008

2009

2010

Viel Beachtung findet die Teilnahme der DEKON-Gruppe an der internationalen Messe "Interschutz" in Leipzig.

Vom Main-Taunus-Kreis und dem Land Hessen kommen 2 neue Fahrzeuge :

  • ein Gerätewagen, der eine komplette Dekontaminationsstrecke für Verletzte aufnimmt,
  • ein Notfallkrankenwagen .

Die Jugendgruppe erringt beim hessichen Landeswettbewerb den zweiten Platz.

wird laufend fortgeschrieben...